Mrz 262010
 

Man liest des öfteren in IRC Chats, dass einige Hilfesuchende nicht wissen, was Partitionen sind. Das größte Problem scheinen die „Laufwerke“ in Microsoftbetriebssystemen zu sein. Dort wird jeder Partition, jedem externen Laufwerk und auch „Netzlaufwerken“ ein Buchstabe zugeordnet. Die Systempartition von Windows (und auch DOS) heißt normalerweise C:. Das liegt daran, dass A: und B: für Diskettenlaufwerke reserviert waren.

Diese Einteilung ist allerdings etwas irreführend, denn es handelt sich nicht zwingend um ganze Festplatten. Eine solche kann nämlich in Partitionen aufgeteilt sein. Vor allem bei modernen Festplatten macht es Sinn, mehrere Partitionen auf einer Platte einzurichten, um besser die Übersicht zu behalten, aber auch um z.B. Defragmentationen besser planen zu können.

In unixoiden Betriebssystemen wird die Festplatte meist in mindestens drei oder mehr Partitionen aufgeteilt, nämlich eine root Partition, welche das System, alle Programme und das Wurzeldateisystem enthält. In dieses werden die anderen Partitionen „gemountet“, also eingehängt. Diese root Partition ist eigentlich ausreichend, doch erstellt man für Desktoprechner meistens noch mindestens eine /home Partition, die alles unterhalb des Verzeichnisses „/home“ beinhaltet, damit man bei Neuinstallationen die Benutzereinstellungen behalten kann und nur die root Partition formatieren muss. Bei Servern nutzen viele noch eine eigene Partition für /var, wo z.B. Emails, Druckerwarteschlangen und andere Dinge die sich schnell ändern, wie logs gespeichert werden. Zusätzlich gibt es noch eine sog. Swap Partition, die die gleiche Aufgabe erfüllt wie die Auslagerungsdatei in Windows.

Bis auf Swap Partitionen werden alle Partitionen in des Wurzeldateisystem eingebunden, sind also Unterverzeichnisse. Dies ist in Windows auch möglich, wird aber selten genutzt.

Es gibt zwei Arten von Partitionen: Primäre und Erweiterte. Pro Festplatte kann es maximal vier Partitionen geben. Um mehr zu erhalten, muss man eine dieser vier als erweiterte Partition erstellen und kann dann in dieser beliebig viele „logische Partitionen“ erstellen. Diese Begrenzung liegt daran, dass die Partitionstabelle nur eine feste größe am Anfang der Festplatte zur Verfügung hat. In dieser Tabelle werde Partitionsart und der Anfangs- und Endpunkt festgehalten.

Jede Partition kann wiederum mit einem Dateisystem formatiert werden. Windows nutzt heutzutage meist NTFS, versteht aber auch das ältere und nicht mehr zu empfehlende FAT32. GNU/Linux kann NTFS und FAT32 zwar lesen und beschreiben, doch fehlen einige wichtige Funktionen wie Benutzerrechte und NTFS ist proprietär und somit nicht vollständig bekannt, weshalb GNU/Linux z.B. korrupte NTFS Partitionen nicht säubern kann. Das verbreitetste Dateisystem in GNU/Linux ist wohl ext4 und dessen Vorgänger ext3. Beide sind sog. „Journaling Filesystems“, wie NTFS. Desweiteren kann man aber auch eine Reihe weiterer Dateisysteme nutzen, die je nach Gebrauch Vor- und Nachteile bringen.

Partitionen sind also nur Teile einer Platte, wenn auch eine Platte nur eine Partition beinhalten kann. Natürlich kann man auch USB Sticks in mehrere Partitionen unterteilen. Leider kann Windows dann nur die Erste lesen, und auch nur wenn es sich um eine mit NTFS oder FAT32 formatierte Partition handelt.

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